Fulvio Grimaldi ist 86 Jahre und italienischer Journalist und Autor

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Notizen zum Interview mit Fulvio Grimaldi, Journalist, Autor, Dokumentarfilmer, Kriegsberichterstatter und Blogger, über die Corona-Lage in Italien.

Er ist 86 und hat keine Angst. „Warum sollte ich Angst haben. Ich habe die Lage studiert. Ich habe sehr gute Quellen, v.a. aus Deutschland und den USA.“

Auch in Italien gibt es keine Meinungsvielfalt in den Medien, sondern nur gleichlautende Propaganda, die sofort die Kritiker der Regierung aus der Öffentlichkeit ausschließt. Auch in Italien wird von Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern geredet.

Dass nach Faschismus und Nationalsozialismus so etwas, wie die Corona-Krise passieren könnte, hat sich wahrscheinlich niemand vorstellen können, ausser ein paar Künstlern, v.a. Macher von dystopischen Filmen, mit ihrer überbordenden Fantasie…

Jetzt erleben wir, dass eine winzige Gruppe von Menschen uns alle Rechte, die „mit Blut erkauft worden sind“, nehmen können. Dass die Menschen es nicht verstehen, dass das aufgrund einer nichtexistenten wirklichen Gefahr geschieht, aufgrund von manipulierten Zahlen, ist unfassbar.

Was ihn am meisten erschreckt hat, ist die Zustimmung der Menschen zum Entzug aller ihrer Freiheiten. Ihnen ist so viel Todesangst eingeflößt worden, dass sie bereit sind, alles, was ihnen noch vor kurzem wichtig war, herzugeben, um sich und das Leben ihrer Liebsten zu schützen. „Eine hochintelligente, perfide Strategie zur Durchsetzung von Machtinteressen.“ Der Widerstand in Italien ist noch gering im Vergleich zu Deutschland. Es gibt eine Gruppe von Ärzten und eine von Juristen und eine ehem. Abgeordnete der „Cinque-stelle“, Sara Cunial, die Widerstand organisieren, aber kein Vergleich zu der Bewegung in Deutschland und der Demo am 1.8.20 in Berlin. Aber dieses Ereignis war ungemein inspirierend. Es hat gezeigt, dass es möglich ist, sich zu wehren. Wir haben leider noch nicht die Kraft und Intelligenz, die sich in Berlin und auch bei anderen Demos in Stuttgart etc. gezeigt hat, von der wir in den Medien gehört haben, dass es ca. 10.000, v.a. Neonazis, Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker, waren.

Auch in Italien werden Maßnahmen für die Schulen vorbereitet, die einfach grauenhaft sind. Kinder und Lehrer sollen Masken tragen. Die Kinder müssen in 2 Meter Abstand voneinander sitzen und dürfen nicht mehr miteinander spielen. Es ist kriminell, was da auf die Kinder zukommt, die einen besonderen Drang haben, untereinander und mit den Erwachsenen in Beziehung zu treten.

In einigen Regionen wurde angekündigt, dass sich im Herbst alle Menschen über 65 verpflichtend gegen Grippe impfen lassen müssen. In Italien gibt es keine große sichtbare Bewegung gegen die Impfpflicht. Es gibt einzelne Stimmen, wie einen international anerkannten Virologen, die sich gegen die Impflicht aussprechen.

Der lange Lockdown hat einem großen Teil der kleinen und mittleren Unternehmen die Existenzgrundlage entzogen. Das heißt, dass wir hunderttausende von Arbeitslosen mehr haben. Ganz besonders in Italien waren die kleinen und mittleren Unternehmen das Rückgrat der Ökonomie, auch für den Export. Wenn diese kaputt sind, heißt dass, das sie entweder der Mafia zum Opfer fallen oder die großen Ketten, globale Lebensmittel- oder Hotelketten, werden sie aufkaufen. Diese besondere, typische, lokale „Null-Kilometer“-Ökonomie wird vernichtet. Damit wird auch soziale und kulturelle Identität vernichtet, die für große, globale Konzerne keinen Nutzen hat – im Gegenteil.

Fulvio Grimaldi: „Was wir erleben und was noch kommen soll, ist schlimmer als der Faschismus, den wir erlebt haben. Die Menschen werden entmenscht! Sie werden dazu gebracht auf ihre Identität und ihre Rechte zu verzichten, nicht durch brutale, primitive, offenkundige Gewalt, wie im Faschismus, sondern in dem sie die Maßnahmen aufgrund ihrer existenziellen Angst akzeptieren. Es wurde und wird unser Hirn ausgeschaltet.