Stellung­nahme zum TAZ Artikel

  • von
Hamburg

Wir sind berühmt! Vielen Dank an die taz

Ja, ich glaube, dass unsere Regierung nicht die ganze Wahrheit sagt und Dinge vor uns verbirgt. Macht mich das zu einer Verschwörungstheoretikerin?

Wir fühlen uns sehr geehrt, mit angeblichen Verschwörungstheoretiker*innen wie Beate Bahner, Wolfgang Wodarg, KenFM und Anselm Lenz (nichtohneuns.de) in einem Artikel aufzutauchen.

Wir wünschen uns, mit diesen mutigen Menschen eine große „Corona-Abschiedsparty“ zu feiern, sobald dieser Spuk ein Ende hat – und zwar mit Edward Snowden und Julian Assange! Sollten wir bald alle politisches Asyl in Schweden beantragen müssen, feiern wir eben dort.

Ihr könnt uns nicht einschüchtern, wir bleiben dabei:

Grundrechte sind nicht verhandelbar! Wir wollen unsere Freiheit zurück!

Der taz-Artikel vom 10.4. schafft es leider nicht, etwas zur inhaltlichen Diskussion beizutragen. Fr. Schipkowski hat nicht nur schlecht recherchiert, sie macht auch die absurde Konstruktion auf, dass es uns nur „vermeintlich“ um unsere Grundrechte ginge. Angesichts der hohen Kosten und der Arbeit, die so eine Klage mit sich bringt, und der Unsicherheit, ob diese Investition überhaupt lohnt, ist das schon ein starkes Stück! Wir verlinken diesen Schwachsinn daher nicht auf unserer Seite, denn wir wollen weder Hofberichterstattung noch Dummheit und Hetze eine Bühne bieten.

Wesentlich gehaltvoller ist der Artikel der freien Journalistin D. Hahn. Wir sprachen am 3.4. mit ihr über die Gründe unserer Klage gegen die Stadt Hamburg wegen der verfassungswidrigen Einschränkung unserer Grundrechte.

Hier der Artikel von D. Hahn zum nachlesen

4 Gedanken zu „Stellung­nahme zum TAZ Artikel“

  1. Mir erscheint der Gesinnungswandel der taz entspricht einem in der Mainstream-Presse abgesprochenen Narrativ, für das bestimmt wurde, dass man kritische Stimmen pauschal in die rechte und in die Verschwörungsecke zu schieben habe, um die Öffentlichkeit von Protest abzuhalten. Das wäre dann selbst eine Verschwörung.
    Die Verschwörungstheoretiker der taz sind sichtbar nach rechts in die faschistische Ecke gerückt.
    Uns kann das nicht kratzen – wir machen weiter!

  2. Folgender Leserkommentar wurde am 15.04. ohne persönliche Bekanntschaft zur Grundrechte-Gruppe bei der taz eingereicht (und konnte dort vielleicht auch wegen seiner Länge nicht freigeschaltet werden):

    Erstaunlich, reicht es jetzt schon aus, einige Grundrechte zu fordern, um in eine „rechte“ Ecke gerückt zu werden? Entwickelt sich die gute alte taz nun zu einer Art Gedankenpolizei…?

    Aber, im Ernst, einige – wenn auch ausgefeilte – textanalytische Assoziationen sind doch nicht wirklich eine überzeugende Basis dafür, die Ziele, Arbeit und Hintergründe einer Initiative zuverlässig beurteilen (oder sogar aburteilen) zu können.

    Stammt tatsächlich jede Kritik gegenüber dem Mainstream-Krisenszenario von „Neurechten“ oder spielt ihnen in die Hände? Natürlich nicht. Sicher versuchen auch einige Extrem-Ideologen, die vermeintliche Gunst der Stunde zu nutzen. Und vielleicht werden ihnen desto mehr irritierte Leute ins Netz gehen, umso weniger berechtigte Kritik innerhalb der etablierten Publikationsinstanzen (Zeitungen usw.) zugelassen wird.

    Natürlich ist niemand verpflichtet, sich in einer solchen Zeit krisenhafter Ungewissheiten überhaupt kritischen Stimmen zuzuwenden. Etwas anderes mag es vielleicht sein, wenn man sich öffentlich fundiert über sie äußern möchte. Bevor man sich wirklich die Gelegenheit gegeben hat, den Anliegen der Protestierenden in Ruhe zuzuhören, lässt sich ja kaum etwas Wesentliches sagen.

    Die rasche Feststellung, dass ein Protest jetzt nicht mit den offiziellen Anforderungen der Krisenbewältigung zusammenpasst, ist wohl für viele praktisch Tätige schlicht eine pragmatische Notwendigkeit. Angesichts der weitreichenden staatlichen Vorgaben hat man einfach auch wenig Zeit und Möglichkeit, sich auf abweichende Haltungen einzulassen. Doch wer gerne Hintergrund-Informationen zusammentragen und verbreiten möchte, möchte dies ja vielleicht auch aus etwas anderer Perspektive betrachten und praktisch angehen.

    Soweit eine Zeitung aufklärerisch arbeiten möchte, erscheint es ja leider nicht besonders aussagekräftig, verschiedene abweichende Sichtweisen zusammenfassend als „neurechts“ zu bezeichnen und damit anscheinend abzuhaken. Sehr viel spannender könnte es doch eigentlich sein zu untersuchen und unterscheiden, welche verschiedenen Formen und Ausgangspunkte von Kritik es gibt.

    Was bewegt die Menschen, für welche Ziele setzen sie ihre Kräfte ein? Mt welchen äußeren und inneren Konflikten haben sie zu kämpfen? Hier gäbe es doch vielleicht wirklich etwas Interessantes herauszufinden, das sich möglicherweise noch nicht sofort, aber doch hoffentlich bald auch gut veröffentlichen lässt. Je mehr es etablierten Medien gelingt, begründete Kritik (wie sie von verschiedenen Fachleuten ja tatsächlich geäußert wird) zu verstehen und integrieren, desto weniger finden Extremideologien überhaupt eine Angriffsfläche.

    In diesem Fall ist der Kontakt vielleicht verdorben, aber ansonsten wäre doch eigentlich denkbar, ins journalistische Feld zu gehen und – aus respektvollem Abstand – mit den Leuten zu sprechen… (vor allem natürlich auch, ihren Anliegen und Gründen zuzuhören, ein gewisses Ohr für ihre eigentlichen Sorgen zu entwickeln).

    Soweit ich weiß, regt übrigens auch die Hamburger Landesregierung an, die Arbeit nach Möglichkeit fortzusetzen:
    https://www.hamburg.de/coronavirus/13757524/das-ist-erlaubt/
    „Arbeiten
    Sie können und sollten weiter arbeiten, sofern Sie dabei die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten und die Tätigkeit oder der Arbeitgeber keinen Einschränkungen unterliegt.“

  3. Uns erreichte dieser Leserbrief aus Süddeutschland. Wir sind nicht die Einzigen, die sich über das „Linke“ Pressewesen der taz wundert – vielen Dank an den anonymen Verfasser:

    Verehrte Damen und Herren,

    mit Überraschung habe ich diesen Artikel gelesen
    https://taz.de/Verschwoerungstheoretiker-gegen-Corona/!5677840/
    Überrascht bin ich, denn gerade von der Zeitung, die sich als unabhängig, kritisch und engagiert für diejenigen, „die gegenüber den Mächtigen kein Gehör finden“ beschreibt, hätte ich anderes erwartet. Gut, Erwartungen werden jeden Tag enttäuscht. Deshalb muss ich Sie inständig bitten, Ihrer Aufgabe nachzukommen, und Ihre Unabhängigkeit und Kritik abzustauben und aus dem Keller zu holen.

    Zur Info, ich teile in keinster Weise die Auffassung der Hamburger Initiative, dass Wodarg und Co Recht hätten und der Virus harmlos sei. Dennoch teile ich die Auffassung, dass derzeit unsere Grundrechte auf die Ersatzbank geschickt worden sind (diese Ansicht teilen wohl noch andere Menschen: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-eingriff-in-die-grundrechte-wie-weit-geht-der-staat-100.html )

    Und von der Taz erwarte ich ehrlich gesagt, dass sie nicht wie viele andere Medien Hofberichterstattung betreibt, sondern, und hier verweise ich auf die Kollegen https://meedia.de/2020/04/09/journalismus-in-der-krise-die-fuenf-defizite-der-corona-berichterstattung/, bitte ernsthaft und ausgewogen die Situation abzuklopfen und ihre Buchstaben mit Verstand zu gruppieren.

    Es kann nicht sein, dass eine linksorientierte Initiative, die für ihre Grundrechte klagt, als Verschwörungstheoretiker diffamiert wird, gar als neofaschistisch bezeichnet wird, ohne dass dafür Belege angeführt werden. Tatsächlich wird den Klägern unterstellt, nur „vermeintlich“ an den Grundrechten interessiert zu sein, und weiters wird ihr „Gefährlichkeit“ unterstellt. Mich würde interessieren, wo sie diese Anschuldigungen hernehmen?

    Was bitte soll daran gefährlich sein, wenn Bürger ihre Grundrechte auf legalem Wege einklagen? Das ist doch der reguläre Weg in Deutschland? Wo ist die Gefahr?

    Ich würde mir wünschen, dass die Taz es besser macht. Und sich nicht dazu hergibt, überforderten Politikern das Wort zu reden und ihre Aufgabe, nämlich die von Ihnen propagierte „Freiheit der Andersdenkenden (…) [sowie] den demokratischen Rechten jedes einzelnen Menschen“ größere Aufmerksamkeit schenkt.

    Soweit, so traurig!

    Mit besten Grüßen aus Süddeutschland

    1. An den Anonymen Verfasser (und wers sonst noch liest),
      Herr Wodarg nun mit „und Co“ in einen Topf zu schmeißen finde ich äußerst unangemessen. Das sind wirklich übelste und unqualifizierte Mechanismen der Abwertung. Zu dem hat Herr Wodarg, und auch die vielen anderen z.T. hoch dekorierten (u.a. Bundesverdienstkreuz ersten Ranges) Experten aus der ganze Welt ( http://blauerbote.com/wp-content/uploads/2020/04/120-Expertenstimmen-zu-Corona.pdf ), nicht gesagt, dass der Virus nicht gefährlich sei. Es wurde gesagt, dass der Virus nicht gefährlicher als eine Influenza sei und dies hat sich ja mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt. Das kann man an allen relevanten Zahlen ablesen (BRD, Schweden, Dänemark usw.). Zudem sieht man das auch an den Ländern die keine bzw. weniger Einschränkungen haben, wie z.B. Schweden und Weissrussland. Da ARD und ZDF (und CO 😉 ), der Ansicht vieler Menschen nach, ihrem Auftrag nach Objektivität nicht gerecht werden und in der Menge und Vehemenz extrem einseitige, widersprüchliche und panisierende Mitteilungen unter die Menschen werfen, entsteht leider bei denen, die sich nur dort informieren, ein ziemlich einseitiges, gewünschtes Bild, aus dem heraus dann Zerstörung erst möglich wird und Werte wie Solidarität ins Absurdum getrieben werden.

      Ps.: Ich habe die TAZ schon aufgerufen, sich kritisch mit der aktuellen Situation nach linker Tradition, mit kritischem Blick auf Establishment und Kapital, auseinander zu setzen, aber ich habe den Eindruck, dass da Hopfen und Malz verloren ist. Abgehakt.

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