„Die klassische Feminismuserzählung war einfach: Frauen seien Opfer eines männlich dominierten Systems; wer „patriarchale Strukturen“ kritisiere, kämpfe für alle Frauen. Diese Erzählung ist inzwischen ins Gegenteil gekippt. Feindin ist heute nicht mehr „das System“, sondern die Frau, die sich ihm angeblich freiwillig fügt – die Mutter, die Hausfrau, die Naturwissenschaftlerin, die sich weigert, ihre Sprache und ihren Erkenntnisbegriff der neuesten Aktivistenmode unterzuordnen.
Noch sichtbarer als in der Wissenschaft wird der Hass auf traditionelle Frauen im Alltag, genauer: in der Art, wie über Mutterschaft, Ehe und Familie gesprochen wird. Schmid beschreibt, wie der linke Diskurs das Leben als Frau fast ausschließlich in negativer Beleuchtung zeigt: Mutterschaft als Bürde, Ehe als Einfallstor des Patriarchats, Geburt als „Gewalt“ am weiblichen Körper, Beziehungen zu Männern als „heterofatalistisch“.“