„Alexander Kraus, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Berlin, besichtigte die Schatteninsel. Sein Urteil fällt vernichtend aus. Er bezeichnet die Konstruktion als „armselige Bretterbude“ und die Verwendung der Mittel als „kompletten Blödsinn“.
Nach seiner Rechnung hätte der Bezirk für rund 150.000 Euro etwa 50 Bäume pflanzen können. Die würden ebenfalls Schatten spenden, Wasser aufnehmen und an heißen Tagen für Kühlung sorgen – ganz ohne Beteiligungsworkshops, Freiwilligenkoordination und „Monitoring“.
Berlin hat sich stattdessen für die förderbürokratisch anspruchsvollere Variante entschieden. So steht am Kaisersteg nun ein Holzgerüst, für dessen Errichtung, Begleitung und Betreuung fast 150.000 Euro aus öffentlichen Kassen bereitgestellt wurden. Für den Steuerzahler dürfte zumindest eines daran nachhaltig sein: die Erinnerung daran, wie leicht sich sechsstellige Summen ausgeben lassen, sobald aus einer schattigen Sitzbank ein „Pilotprojekt“ wird.“