„„Der gefährlichste Mann Deutschlands“ – so lautet die Überschrift auf der „Spiegel“-Titelseite. Auf schwarzem Hintergrund ist ein kleines Foto abgebildet, auf dem Siegmund frontal, grell ausgeleuchtet und ohne Lächeln in die Kamera blickt. Die Kombination aus Zeile und Bild lässt nur eine Lesart zu: Dieses Cover ist ein Fahndungsplakat.
Welche Botschaft geht davon aus? Wenn wirklich kein illegal eingereister Terrorist, sondern ein demokratisch gewählter Landtagsabgeordneter aus Sachsen-Anhalt der „gefährlichste Mann Deutschlands“ ist, dann muss man ihn so schnell wie möglich unschädlich machen. Nur wie? Fußfessel? Verwahrungshaft? Oder sind angesichts des Superlativs der Bedrohung unorthodoxere Mittel geboten? Der „Spiegel“, das Hausblatt der politisch Korrekten, gibt hier den Politiker einer Partei, die keineswegs verboten ist und in den Umfragen 40 Prozent der Bürger von Sachsen-Anhalt hinter sich versammelt, symbolisch zum Abschuss frei.“