Gisela Friedrichsen, Deutschlands bekannteste Gerichtsreporterin, analysiert in der „Welt“ das Verfahren gegen Prinz Reuß und die anderen Angeklagten:
„Ob die Idee einer bewaffneten Erstürmung des Bundestages je eine realistische Aussicht auf Erfolg gehabt hätte, darauf kommt es laut Senat nicht an. Das die Angeklagten verbindende Band war nach Auffassung des Senats die Ablehnung staatlicher Maßnahmen während der Corona-Pandemie, außerdem hegten sie ein erhebliches Misstrauen gegenüber der Politikerkaste, die sie in pädophile Machenschaften verstrickt wähnten. Rüdiger von Pescatore und ein weiterer Angeklagter, so der Senat, hätten überdies deutsch-nationales Gedankengut gepflegt. Und es seien für das umstürzlerische Vorhaben auch erhebliche finanzielle Mittel besorgt worden (wofür das viele Geld aber verwendet wurde, ist unklar).“