„Jahrelang war es das Schreckgespenst der Klimadebatte: das sogenannte RCP 8.5-Szenario – eine Welt mit einer Erderwärmung von bis zu 5,5 Grad, einer Verdreifachung der CO₂-Emissionen und apokalyptischen Folgen für Milliarden Menschen. Tausende wissenschaftliche Studien stützten sich darauf, die Bundesregierung baute ihre Klimapolitik darauf auf und selbst das Bundesverfassungsgericht zog es 2021 in seinem wegweisenden Klima-Urteil heran. Jetzt ist Schluss damit. 44 führende Klimawissenschaftler haben das Horror-Szenario offiziell als unplausibel eingestuft und aus dem neuen Weltklimabericht gestrichen. Was bleibt, ist ein neues Worst-Case-Szenario – deutlich weniger dramatisch, aber auch deutlich realistischer. Was steckt hinter dieser Entscheidung? Und was bedeutet sie für die deutsche Klimapolitik, das Verfassungsgerichtsurteil und die Milliarden-Kostenschätzungen, die Politik und Medien jahrelang als Druckmittel genutzt haben?“ – Fragen an Prof. Fritz Vahrenholt.