„Für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben schon zehntausende Bürger Briefwahlunterlagen angefordert. Das entspricht dem Trend der letzten Jahre, ist aber problematisch: Die Briefwahl kann leichter manipuliert und gefälscht werden. Im aktuell vergifteten politischen Klima kann das gefährlich sein“, schreibt Prof. Volker Böhme-Neßler im „Cicero“.
„Das sind reale Gefahren, die im Interesse der Allgemeinheit der Wahl hingenommen werden können – aber nur, solange die Briefwahl die Ausnahme bleibt. Das hat Karlsruhe immer wieder betont. Es sieht die Urnenwahl als Leitbild; Briefwahlen sind die Ausnahme. Spätesten bei den Bundestagswahlen 2021 und 2025 hat sich allerdings gezeigt, dass die Briefwahlen zur gleichberechtigten Alternative geworden sind. Ein riefwahlanteil von 47,3 Prozent (2021) und von 37 Prozent (2025) spricht Bände. Ob das noch verfassungsgemäß ist, ist zweifelhaft.“