„Seit dem 30. Juli leben die rund 84.000 Einwohner Ceutas mit den Folgen einer noch nie dagewesenen Invasion. Rund 72.000 Menschen überwanden Schätzungen zufolge die Grenzanlagen oder gelangten über das Meer auf spanisches Gebiet. Der Großteil kehrte zwar binnen weniger Tage nach Marokko zurück, doch Tausende Invasoren blieben. Wochen später schlafen diese Migranten an Stränden und in improvisierten Lagern oder ziehen ohne feste Unterkunft durch die Stadt. Die spanische Exklave trägt nahezu allein die Folgen einer Invasion, die Madrid weder verhinderte noch die Belagerung durch die verbliebenen Invasoren beendete. Vier Wochen Untätigkeit waren den Bürgern nun zu viel und der Volkszorn entlud sich auf den Straßen.
Der Alltag der Einwohner hat mit Normalität nämlich längst nichts mehr zu tun. Telemadrid sprach mit Eltern, die ihre Kinder nicht mehr auf die Straße oder in Parks lassen. Frauen berichteten, dass sie sich allein nicht mehr hinauswagen. Strände, Lokale und öffentliche Plätze, die im Sommer normalerweise das Leben der Stadt bestimmen, werden gemieden. Die Ceutíes ziehen sich zurück, während Tausende illegale Invasoren den öffentlichen Raum besetzen und für sich beanspruchen.“